Gardasee Limone und Malcesine

Überfahrt von Limone nach Malcesine

Anfahrt über Limone (Quelle: openstreetmap, Lizenz CC-BY-SA 2.0)

Unsere Unterkunft Casa del Borgo befindet sich in dem kleinen Bergdörfchen Tremosine sul Garda, Ortsteil Vesio (via combattenti 17) südwestlich Limone. Damit sind wir zwar ein ganzes Stück entfernt vom See, aber hier oben ist eine Ruhe, die man unten am Seeufer kaum findet. Es gibt ein Hotel, ein Restaurant, zwei kleine Supermärkte, einen Swimmingpool, den man gegen eine Gebühr von 5 € mitbenutzen darf und einen schönen Fernblick. Abgesehen von der extrem engen Zufahrt zum Gebäude gibt es eigentlich nichts zu meckern. Das Auto kann man übrigens auf einem Parkdeck etwa 200 m unterhalb der Unterkunft platzieren, man muss sich also nicht die enge Zufahrt zumuten.  

Unser Quartier in Tremosine sul Garda, Ortsteil Vesio, via combattenti 17

(Quelle: openstreetmap, Lizenz CC-BY-SA 2.0)

Nach der Mimik zu urteilen, scheint der Fachkraft für Arbeitssicherheit (links im Bild) nachts die Decke aufs Haupt gefallen zu sein. Das kommt davon wenn man ohne Helm schläft.

Gemütliches Frühstück nach erholsamem Schlaf, selten haben wir es mehr genossen.

Kaum ist abgespült und gepackt, zieht es uns bei strahlendem Sonnenschein an den See. Bequem wie wir sind, mussten wir gestern natürlich bis an die Unterkunft heranfahren. Das darf Peter jetzt ausbaden.

Geschafft, jetzt kann es losgehen. 

Beim Abstieg in Richtung See finden sich immer wieder schöne Fernblicke.

Ein wesentliches Manko der italienischen Straßen ist allerdings die geringe Zahl an Aussichtspunkten, von denen aus man die teils grandiose Aussicht genießen kann. Oft sind Schnellschüsse aus dem fahrenden Auto nötig, um überhaupt ein schönes Erinnerungsfoto in Händen zu halten.

Ein letzter Blick aus erhabener Position, gleich sind wir unten.

Wir machen zunächst einen kurzen Abstecher nach Limone, um uns über Fährverbindungen und Parkmöglichkeiten zu informieren. Danach geht es auf der westlichen Seeseite gen Süden, wo wir in Salo eine Fähre nach Garda besteigen wollen, weil dort heute Markt sein soll. Von Garda würden wir gerne auf die Halbinsel Sirmione übersetzen, um von dort am späten Nachmittag mit einer dritten Fähre wieder zurück an das Auto zu gelangen. Dass es am Gardasee wenig Sinn macht viel mit dem Auto herumzufahren, haben wir bereits am ersten Tag gesehen, also erscheint unser Plan recht vernünftig.  

 

Mangels Ortskenntnis haben wir uns allerdings im doppelten Sinne für die falsche Seeseite entschieden. Fehler 1: Auf der Westseite folgt Tunnel auf Tunnel, mit Aussicht ist da nicht viel.   Oft wurde jeder einzelne Quadratmeter mühsam dem Fels abgerungen, da reicht es gerade einmal für die Fahrbahn. Selbst bei der Tunnelbreite und - höhe hat man schon wieder kräftig gespart, was sich noch rächen soll. Der gravierendere Fehler 2 folgt dem entsprechend in Kürze.

Zwischen zwei Tunneln doch einmal ein Haltepunkt, von dem aus man eine schöne Aussicht auf den See hat.

Kaum haben wir unseren Aussichtspunkt verlassen, stockt es und kurz darauf kommt der Verkehr zum Erliegen.

Nach einiger Zeit realisieren wir, dass von der anderen Seite gar kein Gegenverkehr mehr kommt. Da muss es irgendein größeres Problem geben. Hoffentlich kein Unfall oder ein Brandschaden. Michael lässt das keine Ruhe, er muss der Sache auf den Grund gehen, auch wenn unsere Bedenkenträgerinnen auf der hinteren Bank meinen, man solle sich doch jetzt nicht vom Auto entfernen.

Wie sich 200 Meter weiter zeigt, haben wir alle Zeit der Welt, denn hier stehen sich ein Bus und ein Kleinlaster gegenüber, die nicht die geringste Chance haben aneinander vorbeizukommen. Da anzunehmen ist, dass das auf der völlig überforderten Seestraße ständig vorkommt, hätte man ja mal auf die Idee kommen können Vorsorge zu treffen, um solche unliebsamen Rendezvous zu vermeiden.  

Immerhin waren Bus und LKW schlau genug, nicht direkt aufeinander aufzufahren. Wenn jetzt noch eine Polizeistreife hier wäre, könnte man den Verkehr zumindest ein wenig regeln. Ließe man von jeder Seite immer 10 Autos durch, wären wir in maximal 10 Minuten an der Engstelle vorbei. Aber hier regiert das Chaos. Jeder macht was er will und keiner kommt wirklich voran. Na prost Mahlzeit. Wie so viele andere drehen wir um und fahren nach Norden in Richtung Limone zurück, um dort die Passagierfähre über den See zu besteigen.  

Zahlreiche Kratzer an der oberen Tunnelwand deuten darauf hin, dass sich hier schon mancher sein Fahrzeug ruiniert hat.

In Limone heißt es erst einmal Luft schnappen.

An der hübsch angelegten Uferpromenade flanieren wir Richtung Fähre.

Peter und Tina demonstrieren die aktuellen Mailänder Modetrends. 

Mehrere Fähren summen wie Hummeln hin und her und schon kurz nach unserer Ankunft cruisen wir über türkisfarbenes Gewässer gen Osten.

Blick zurück auf das malerische Limone.

Mit dem Tele sieht man das dann noch etwas besser.

Vier Musketiere auf unsicherem Grund.

Hoch über dem See Gleitschirmflieger. Wollen wir mal hoffen, dass die rechtzeitig das Ufer erreichen.

Eine Autofähre kreuzt unseren Weg.

Schon nähern wir uns dem östliche Seeufer. Unser Blick fällt auf Malcesine und das prächtige Castello Scaligero.

Ja so stellt man sich Italien vor. Jetzt noch wenige Minuten und wir können die Stadt entern.